Mittwoch, 1. August 2012

White Lake Tour–Mongolei

Gestern sind wir zurückgekehrt von unserer sechs tägigen Tour in die Zentralmongolei. Wir waren ein lustiges Grüppchen mit drei Koreanern, Kana unser Fahrer und natürlich nicht zu vergessen unser russischer Geländewagen, welcher gute Dienste geleistet hat.
Am ersten Tag fuhren wir ca. sieben Stunden in Richtung Westen. Wir übernachteten in der Halb-Gobi Region bei einer Familie, welche Jurten für Touristen zur Verfügung stellt. Hier hatten wir die Möglichkeit zum Kamelreiten, ein wirklich lustiges Erlebnis welches wir nicht missen möchten.
Am zweiten Tag ging es zuerst weiter nach Karakhorum, wo wir das ehemalige Kloster Erdene Zuu besuchten. Danach fuhren wir weiter nach Tsetserleg, wo wir bei der Familie von Kana in der Jurte übernachten durften. Ab hier ging es auf über 2000 Meter in die Höhe und gegen Abend fuhren wir in den Nationalpark Khorgo Terkhiyn Tsagaan Nuur. Es gibt hier einen Vulkan zu besteigen. Wir liefen einmal um den Krater und genossen die Aussicht, welche traumhaft war!
Den nächsten Tag verbrachten wir am See und genossen es uns zu bewegen und zu waschen (nach 3 Tagen ohne Dusche einfach wunderbar). Am Nachmittag konnten wir für eine Stunde Pferde reiten gehen. Louis hatte seinen Gaul super im Griff und es machte tatsächlich was er wollte. Meiner war faul und trottete nur langsam den anderen hinterher, lustig war es trotzdem.
Unendliche Weiten, keine Zäune oder Strommasten…Nur Gers (Nomadenzelte), freilaufende Ziegen, Schafe, Pferde und Rinderherden…etwa so lässt sich zusammenfassen, was wir während diesen 6 Tagen gesehen haben. Und somit kam auch an den letzten zwei Tagen, welche nur aus Autofahren bestanden, keine Langeweile auf. Denn ab der Landschaft kann man sich nicht sattsehen.
Die Ger’s oder eben Jurten waren jeweils ähnlich ausgestattet mit Holzbetten, einem Ofen in der Mitte und eine Glühbirne. Und mal abgesehen von den schwarzen Käfern, welche mancherorts mit Einbruch der Dunkelheit von der Decke fallen, ist es doch ganz gemütlich in diesen Behausungen (und ich habe auch schon etwas gelernt und nehme einfach bei der nächsten Tour ein Moskitonetz mit, um mich vor den Käfern zu schützen.
Jetzt verbringen wir noch eine weitere Nacht in Ulaanbaatar. Morgen früh geht unsere zweite Tour los. Dieses Mal fahren wir in den Süden in die Wüste Gobi!
Wir wünschen euch allen eine schöne 1. August Feier und denkt doch beim Grillen ein bisschen an uns. Bis bald und liebe Grüsse von zwei glücklichen Nomaden!

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Transsib Teil 2–Ulaanbaatar

Im Zug von Irkutsk nach Ulan Bator teilten wir unser Abteil mit zwei jungen Norwegern und hatten jede Menge Spass zusammen. Thank you Lisa and Teo for the nice time together. Take care.

Der Grenzübertritt ging problemlos von statten, es braucht halt einfach alles seine Zeit. So dauerte das Prozedere auf der russischen Seite ca. 5 Stunden und auf der mongolischen Seite ca. 3 Stunden. Man kann dabei den Zug verlassen und frei herumlaufen. Während der ganzen Zeit werden die Wagen hin und her rangiert und neue Zugformationen werden gebildet. Unser Wagen hatte dann auch plötzlich eine andere Nummer bekommen. Es ist also ratsam, seinen Wagen immer etwas im Auge zu behalten Smiley

Um 6.00 Uhr morgens trafen wir in Ulan Bator ein. Diese Stadt ist faszinierend. Überall wird gebaut und gewerkelt, neben hypermodernen Türmen stehen hässliche Bauruinen, die Strassen sind völlig verstopft, ein ÖV Netz gibt es nur in beschränktem Angebot in Form von Bussen. Man sollte dazu wissen, dass die Stadt stetig am wachsen ist ,weil Nomaden mit ihren Ger’s an den Stadtrand ziehen und dort sesshaft werden. Die Infrastruktur mag dabei aber nicht mithalten. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit und bis jetzt habe ich den Eindruck dass die Mongolen besser Englisch oder sogar Französisch sprechen als die Russen. Das ist natürlich ganz angenehm, da wir so auch viel mehr von den Leuten erfahren. Ah ja das Essen ist übrigens ziemlich lecker hier, es ist halt einfach von Vorteil wenn man Hammel gerne mag. Ganz toll finde ich ja die ganzen Booz und Dumplings und wie sie alle heissen, siehe Bild unten (Teller in der Mitte).

Eine kleine Geschichte von heute: Wir liefen durch die Strassen Ulan Bators als plötzlich ein kräftiges Gewitter begann. Wir standen unter ein Vordach zu anderen Leuten. Darunter war auch ein Pinienverkäufer mit seiner Frau. Nach ein paar Minuten schenkte er uns beiden eine Hand voll Kerne. Als Dank gab Louis dem Mann ein kleines Schweizer Sackmesser. Dieser strahlte über das ganze Gesicht und bedankte sich sehr herzlich. Solche Geschichten sind es, welche das Reisen so wertvoll macht.

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Sonntag, 22. Juli 2012

In the train again

Wir hatten 5 wunderschöne Tage in Listvyanka am Baikalsee und sind jetzt bereits wieder in Irkutsk, um heute Abend in den Zug nach Ulan Bataar zu steigen. Russland hat uns mit den meist netten und gastfreundlichen Menschen sehr gut gefallen. Ohne russische Sprachkenntnisse gestaltet sich leider die Kommunikation mit den Einheimischen sehr schwierig, aber wir haben ja 4 Hände und Füsse dabei. Sowohl in Moskau, wie in Irkutsk ist heute noch ein Hauch Sowjetunion zu spüren und zu sehen.

Schon neigt sich die Zeit im ersten Land unserer grossen Reise dem Ende zu und wir freuen uns bereits auf die endlosen Weiten der Mongolei und sind gespannt welche Abenteuer dort auf uns warten.

Seid herzlich gegrüsst und geniesst den Sonntag
Stefanie und Louis

 

Donnerstag, 19. Juli 2012

Baikalsee–Die Perle Sibiriens

Wir sind mittlerweile im beschaulichen Dörfchen Listvyanka am Baikalsee angekommen. Hier wohnen wir in einem netten Homestay bei Natalya, welche sich rührend um uns kümmert. Kleines Beispiel gefällig? Gerade eben klopfte sie an unsere Zimmertür und meinte: "Ich habe euch den Kamin eingeheizt da es regnet und kalt ist. Und eure Schuhe habe ich auch dorthin gebracht, damit sie nachher warm sind." Süss oder?
Listvyanka ist super geeignet um kleinere Wanderungen zu machen und den Baikalsee zu bewundern. Und weil dieser See eben doch etwas ganz Besonderes ist, möchte ich hier mal ein paar Fakten dazu schreiben. Klugscheisser-Modus an: Der Baikalsee ist das grösste Süsswasser Reservoir der Erde. Sein Alter wird auf 25 Mio. Jahre geschätzt und er verbreitert sich jedes Jahr um ca. 2 cm. Die Wasseroberfläche entspricht etwa der Fläche Belgiens. Er ist das siebtgrösste Binnengewässer der Welt, da er aber eine Maximaltiefe von 1637 Meter aufweist enthält der Baikalsee mehr Wasser als alle 5 grossen nordamerikanischen Seen zusammen. Hier befinden sich ungefähr 20 Prozent aller Süsswasserreserven unseres Planeten. Des Weiteren ist er das einzige offene Trinkwassergebiet der Welt. Die Flora und Fauna im und um den See sind einzigartig. Es sind hier etwa 1500 Tierarten und mehr als 2000 Pflanzenarten angesiedelt. Mehr als die Hälfte davon kommt nur am Baikalsee vor. Besonders bekannt ist die Baikalrobbe. Der Omul ist ein lachsartiger Fisch, welcher hier überall als geräucherte oder gesalzene Spezialität angeboten wird, und einfach nur köstlich schmeckt.
So, genug erzählt, hier die Fotos von diesem wunderschönen Ort:

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Samstag, 14. Juli 2012

Start Transsibirische Eisenbahn

Den zweiten Tag in Moskau verbrachten wir mit viel Herumlaufen und haben unter anderem noch das Bolschoi Theater gesehen. Zwei Tage sind natürlich zu wenig für Moskau, und doch haben wir einen ganz guten Überblick bekommen.
Gegen 21.30 Uhr trafen wir am Platz der drei Bahnhöfe ein. Unser Zug fuhr ab dem Jaroslaver Bahnhof. Es hatten sich bereits viele Leute mit noch viel mehr Gepäck am Bahnsteig eingefunden als der Zug um 23.15 Uhr einfuhr. Wir suchten unseren Wagen, denn man darf nur in den Wagen einsteigen für welchen man auch ein Ticket hat. Der Schaffner kontrollierte lange und mit strengem Blick unsere Billette und liess uns schliesslich eintreten.
Unser Wagen ist sehr modern gestaltet und es lässt sich hier gut 4 Nächte aushalten. Mit uns im Abteil sind 2 Russinnen (wobei Eine schon am ersten Tag ausgestiegen ist). Die ältere Damen verbringt die meiste Zeit im nächsten Abteil bei ihren Freundinnen. So haben wir praktisch ein Abteil für uns alleine. Die Schaffner (2 pro Wagen) haben wir bereits mit Toblerone gutmütig gestimmt ( grosses MERCI an Steffi) und wir glauben auch dass es schon seine Wirkung zeigte. Die ältere Dame im Abteil zeigte sich sehr dankbar ob der Schokolade und brachte uns gleich einen Teller mit Gewürzgurken, Tomaten und gekochten Eiern. So haben wir jetzt also 3 neue Freunde (Schaffner) und eine Ersatzoma innerhalb weniger Stunden dazugewonnen.
Die Fahrt an sich ist sehr ruhig und gemütlich, eine unglaubliche Natur zieht am Fenster vorbei. So langsam begreifen wir, dass wir jetzt ein Jahr voller Abenteuer vor uns haben und wir sind einfach nur glücklich und dankbar, dass wir das erleben dürfen.
Eine Anekdote vom Tag 2 im Zug: Der eine Schaffner winkte Louis unauffällig zu sich und zeigte ihm die Dusche (welche für Gäste nicht zugänglich ist) und fragte ihn, ob er gerne eine Dusche nehmen möchte. Kostenpunkt: 200 Rubel (ca. 6.- CHF). Nach 3 Tagen und 2 Nächten der Katzenwäsche war Louis angetan von dieser Idee. Auch ich habe danach das Angebot angenommen. Das waren wohl die teuersten Duschen unserer Laufbahn, aber auch die Wohltuendsten. Der Schaffner tat dies übrigens während sein Kollege schlief... - warum auch immer ;)
Hier noch einige Bilder von Moskau und aus dem Zug:

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