Die Welt ist wie ein Buch! Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon (Aurelius Augustinus, 354 - 430)
Donnerstag, 9. August 2012
Tour in die Wüste Gobi
Für sechs Tage haben wir uns in der Wüste Gobi aufgehalten. Da sechs Tage das Minimum für eine solche Tour sind, war viel Fahrerei dabei. Aber das war es wirklich wert. Zusammen mit einem Israeli, einem Kanadier, einer Koreanerin und einem Amerikaner besuchten wir Yolin Am (mit dem ewigen Eis), die singenden Sanddünen, sind Kamel geritten und haben in Bayanzag die Flamming Cliffs erklommen. Da es dieses Jahr ungewöhnlich viel geregnet hat, war die Gobi extrem Grün. Unser Guide hat gesagt wir hätten extrem Glück, in den 5 Jahren seit sie Touren begleitet, hat sie die Wüste noch nie so grün gesehen.
Die Landschaft war atemberaubend, das Essen köstlich (Guide = Koch) und das Team genial. Am vierten Tag kamen wir in den Genuss eines kleinen Sandsturms…auch das muss man mal erlebt haben
Soviel von uns aus der Mongolei, geniesst die Bilder, geniesst den Sommer in der Schweiz und wir geniessen jetzt noch unseren letzten Abend in Ulaanbaatar bevor es morgen früh mit dem Zug weiter nach Peking geht. Falls ihr länger nichts von uns hört auf dem Blog, liegt es nicht an uns, sondern am chinesischen Internet.
Liebe Grüsse aus dem Land der unendlichen Weiten schicken euch Louis und Stefanie
Mittwoch, 1. August 2012
White Lake Tour–Mongolei
Am ersten Tag fuhren wir ca. sieben Stunden in Richtung Westen. Wir übernachteten in der Halb-Gobi Region bei einer Familie, welche Jurten für Touristen zur Verfügung stellt. Hier hatten wir die Möglichkeit zum Kamelreiten, ein wirklich lustiges Erlebnis welches wir nicht missen möchten.
Am zweiten Tag ging es zuerst weiter nach Karakhorum, wo wir das ehemalige Kloster Erdene Zuu besuchten. Danach fuhren wir weiter nach Tsetserleg, wo wir bei der Familie von Kana in der Jurte übernachten durften. Ab hier ging es auf über 2000 Meter in die Höhe und gegen Abend fuhren wir in den Nationalpark Khorgo Terkhiyn Tsagaan Nuur. Es gibt hier einen Vulkan zu besteigen. Wir liefen einmal um den Krater und genossen die Aussicht, welche traumhaft war!
Den nächsten Tag verbrachten wir am See und genossen es uns zu bewegen und zu waschen (nach 3 Tagen ohne Dusche einfach wunderbar). Am Nachmittag konnten wir für eine Stunde Pferde reiten gehen. Louis hatte seinen Gaul super im Griff und es machte tatsächlich was er wollte. Meiner war faul und trottete nur langsam den anderen hinterher, lustig war es trotzdem.
Unendliche Weiten, keine Zäune oder Strommasten…Nur Gers (Nomadenzelte), freilaufende Ziegen, Schafe, Pferde und Rinderherden…etwa so lässt sich zusammenfassen, was wir während diesen 6 Tagen gesehen haben. Und somit kam auch an den letzten zwei Tagen, welche nur aus Autofahren bestanden, keine Langeweile auf. Denn ab der Landschaft kann man sich nicht sattsehen.
Die Ger’s oder eben Jurten waren jeweils ähnlich ausgestattet mit Holzbetten, einem Ofen in der Mitte und eine Glühbirne. Und mal abgesehen von den schwarzen Käfern, welche mancherorts mit Einbruch der Dunkelheit von der Decke fallen, ist es doch ganz gemütlich in diesen Behausungen (und ich habe auch schon etwas gelernt und nehme einfach bei der nächsten Tour ein Moskitonetz mit, um mich vor den Käfern zu schützen.
Jetzt verbringen wir noch eine weitere Nacht in Ulaanbaatar. Morgen früh geht unsere zweite Tour los. Dieses Mal fahren wir in den Süden in die Wüste Gobi!
Wir wünschen euch allen eine schöne 1. August Feier und denkt doch beim Grillen ein bisschen an uns. Bis bald und liebe Grüsse von zwei glücklichen Nomaden!
Transsib Teil 2–Ulaanbaatar
Im Zug von Irkutsk nach Ulan Bator teilten wir unser Abteil mit zwei jungen Norwegern und hatten jede Menge Spass zusammen. Thank you Lisa and Teo for the nice time together. Take care.
Der Grenzübertritt ging problemlos von statten, es braucht halt einfach alles seine Zeit. So dauerte das Prozedere auf der russischen Seite ca. 5 Stunden und auf der mongolischen Seite ca. 3 Stunden. Man kann dabei den Zug verlassen und frei herumlaufen. Während der ganzen Zeit werden die Wagen hin und her rangiert und neue Zugformationen werden gebildet. Unser Wagen hatte dann auch plötzlich eine andere Nummer bekommen. Es ist also ratsam, seinen Wagen immer etwas im Auge zu behalten
Um 6.00 Uhr morgens trafen wir in Ulan Bator ein. Diese Stadt ist faszinierend. Überall wird gebaut und gewerkelt, neben hypermodernen Türmen stehen hässliche Bauruinen, die Strassen sind völlig verstopft, ein ÖV Netz gibt es nur in beschränktem Angebot in Form von Bussen. Man sollte dazu wissen, dass die Stadt stetig am wachsen ist ,weil Nomaden mit ihren Ger’s an den Stadtrand ziehen und dort sesshaft werden. Die Infrastruktur mag dabei aber nicht mithalten. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit und bis jetzt habe ich den Eindruck dass die Mongolen besser Englisch oder sogar Französisch sprechen als die Russen. Das ist natürlich ganz angenehm, da wir so auch viel mehr von den Leuten erfahren. Ah ja das Essen ist übrigens ziemlich lecker hier, es ist halt einfach von Vorteil wenn man Hammel gerne mag. Ganz toll finde ich ja die ganzen Booz und Dumplings und wie sie alle heissen, siehe Bild unten (Teller in der Mitte).
Eine kleine Geschichte von heute: Wir liefen durch die Strassen Ulan Bators als plötzlich ein kräftiges Gewitter begann. Wir standen unter ein Vordach zu anderen Leuten. Darunter war auch ein Pinienverkäufer mit seiner Frau. Nach ein paar Minuten schenkte er uns beiden eine Hand voll Kerne. Als Dank gab Louis dem Mann ein kleines Schweizer Sackmesser. Dieser strahlte über das ganze Gesicht und bedankte sich sehr herzlich. Solche Geschichten sind es, welche das Reisen so wertvoll macht.
Sonntag, 22. Juli 2012
In the train again
Schon neigt sich die Zeit im ersten Land unserer grossen Reise dem Ende zu und wir freuen uns bereits auf die endlosen Weiten der Mongolei und sind gespannt welche Abenteuer dort auf uns warten.
Seid herzlich gegrüsst und geniesst den Sonntag
Stefanie und Louis