Donnerstag, 21. März 2013

Kratie

Die Fahrt von Banlung nach Kratie dauerte gerade mal vier Stunden (geplant waren 6-7), wir waren erstaunt. Nach der Ankunft setzten wir uns auf den riesigen Balkon von unserem Hostel, mit Blick auf den Mekong. Dort hatten wir uns mit Anna und Johannes verabredet, da sie einen anderen Bus genommen hatten als wir. Wir warteten und warteten. Bei den armen Tropfen dauerte die Fahrt im nicht klimatisierten Minivan tatsächlich 7 Stunden.
Wir schlenderten gegen Abend durch den Ort, assen Klebreis mit Kokosnuss und Bohnen im Bambusrohr und genossen ein kühles Bier in einer Dachterrassen -Bar.
Am nächsten Morgen ging Louis auf dem Markt einkaufen. Ausgerüstet mit guten (!!!) Fahrrädern, vielen Früchten, Baguettes, und Klebreis machten wir uns mit Anna und Johannes auf den Weg ins 15 Kilometer entfernte Kampie. Dieser Ort ist bekannt dafür, dass man hier Flussdelfine beobachten kann. Wir setzten uns an den Mekong und sahen tatsächlich ein paar Delfine von weitem. Die Bootsfahrt war so überrissen teuer, dass wir uns dagegen entschieden. Leider gefiel das dem Ticketverkäufer überhaupt nicht und er meinte, wir dürften dort wo wir gerade sitzen nicht weiter picknicken, dafür bräuchten wir ein Ticket für 7 Dollar pro Person kaufen. Auf diese Abzocke hatten wir keine Lust, also fuhren wir einen Kilometer weiter und wateten ein Stück durch den Fluss, bis wir ein gemütliches Plätzchen auf einer Sandbank gefunden hatten. Dort liessen wir es uns gut gehen.
Am zweiten Tag war eigentlich ein Ausflug zu viert auf die Mekong-Insel direkt vor der Haustüre geplant. Die Fahrradtour von gestern sass uns noch in den Knochen und irgendwie konnte sich keiner so richtig aufraffen. Es war schlicht zu heiss. Daher verbrachten wir einen gemütlichen Tag auf unserem Balkon und genossen am Abend noch ein letztes gemeinsames Abendessen, bevor wir uns verabschiedeten. Denn morgen früh fahren die beiden weiter nach Phnom Penh und für uns geht es nach Siem Reap zu den Tempeln von Angkor.
Liebe Anna, lieber Johannes, wir haben die Zeit mit euch zwei sehr genossen und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen! Um es mit euren Worten auszudrücken: Es war grossartig. Bis dahin wünschen wir euch safe travels und viele eindrückliche Erlebnisse. Macht es gut und danke – dafür dass ihr so normal seid ;).
Ja und wir melden uns bald wieder mit jeder Menge Bildmaterial aus Angkor. Byebye

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Montag, 18. März 2013

4000 Inseln–Don Det

Am Dienstag, 12. März fuhren wir von Pakxe bis in die südlichste Spitze von Laos, zu den sogenannten 4000 Inseln. Der Mekong erreicht hier mit 14 Kilometer Breite seine grösste Ausdehnung. Der Fluss gliedert sich in etliche Kanäle und so bilden sich (angeblich) 4000 Inseln. Mit etwas Glück kann man hier sogar die seltenen Irrawaddy-Delphine beobachten. Gleich unterhalb der Inseln Don Det und Don Khon befinden sich die Mekong Fälle (grösster Wasserfall von Südostasien). Kurz danach liegt die Grenze zu Kambodscha.
Der Alltag auf den Inseln ist sowohl bei den Reisenden, wie auch bei den Laoten von Gemütlichkeit geprägt. Wer hierher kommt will ausruhen, die Natur geniessen und ein bisschen die Inseln erkunden. So auch wir. Sobald man auf der Insel angekommen ist, spürt man die Ruhe, welche hier den Takt angibt, und es fällt nicht schwer, sich anzupassen.
Am ersten Tag umrundeten wir einmal die Insel Don Det zu Fuss, und haben uns dabei zwischendurch im Mekong erfrischt. Einen anderen Tag verbrachten wir auf dem Fahrrad. Damit sind wir auf die Nachbarinsel Don Khon gefahren, um den dortigen Wasserfall zu bestaunen.
In unserem Gasthaus gab es ein Restaurant, welches unter Deutsch-Laotischer Führung war. Das Essen war köstlich (vom “Zürigschnätzläts” bis zu den frischen Frühlingsrollen gab es alles was das Herz begehrt) und so assen wir fast die ganze Zeit bei Mama Leuah. Eine besonders schöne Überraschung erlebten wir am Abend unserer Ankunft. Plötzlich standen unsere zwei lieben Freunde Anna und Johannes, welche wir in Tad Lo kennengelernt hatten, vor uns. Die Wiedersehensfreude war riesig. Die nächsten Tage verbrachten wir grösstenteils zusammen, und sind dann auch gemeinsam über die Grenze nach Kambodscha gereist.
Mittlerweile sind wir alle vier in Banlung im Nordosten Kambodschas. Gestern haben wir mit dem Fahrrad einen Ausflug zum Kratersee gemacht, herrlich zum Baden. Hier in Banlung bleiben wir noch bis morgen früh, um dann einen Bus nach Kratie zu nehmen. Und dann schauen wir mal.

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Samstag, 9. März 2013

Pakxe & Tad Lo

Nach der Verschnaufpause in Vang Vieng ging es am 3. März bei strömendem Regen mit dem Bus weiter nach Vientiane. In Vientiane ist es eine Herausforderung für einen vernünftigen Preis eine anständige Unterkunft zu finden. Aber dieses Mal hatten wir ein gutes Los gezogen.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus in sechs Stunden weiter nach Thakek, wo wir am Abend eintrafen. Auch dort blieben wir nur zum Übernachten und gingen gleich am frühen Morgen zum Busbahnhof und kauften unser Ticket nach Pakxe. Aus den angekündigten sechs Stunden wurden acht, und der VIP Bus wurde kurzerhand zum Localbus umfunktioniert. Total müde kamen wir irgendwann doch noch in Pakxe an.
Dieser Ort hat nicht viel Schönes zu bieten, aber ist doch ganz anständig, so dass wir uns entschieden nach 3 Tagen im Bus einen Tag auszuruhen. Wir fanden ein schönes Guesthouse und ein paar gute Restaurants, mehr brauchen wir nicht.
Am 7. März fuhren wir mit dem Bus weiter nach Tad Lo, ein hübsches kleines Dorf auf dem Bolaven Plateau, bekannt durch seine Wasserfälle. Wir bekamen einen niegelnagelneuen Bungalow bei zwei netten Franzosen für etwa 4.50 Chf pro Nacht. Hier lässt es sich aushalten. Wir machten einen Spaziergang zu den nahegelegenen Wasserfällen, erfrischten uns im kühlen Nass, lagen in der Hängematte und lasen in unseren Büchern. So gefällt es uns!


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Samstag, 2. März 2013

Phonsavan

Am 27. Februar reisten wir gleich am morgen früh wieder ab von Luang Prabang. Nach einer siebenstündigen Fahrt kamen wir in Phonsavan an.
Dieser Ort ist an sich überhaupt nichts Schönes und lädt nicht zum Verweilen ein. Der Grund, warum wir die mühsame Anfahrt hierher auf uns nahmen, ist die Ebene der Sandsteinkrüge (plains of jars). Diese Gefässe sind einen halben bis drei Meter hoch und wiegen bis zu sechs Tonnen. Das Alter wird auf 1500 bis 2000 Jahre geschätzt.
Da die angebotenen Touren nicht unseren Vorstellungen entsprachen, charterten wir uns ein Tuktuk zum ersten Feld mit den Krügen. Die Besichtigung dauerte ca. eine Stunde und war sehr interessant. Anschliessend informierten wir uns noch im Informationszentrum der Organisation MAG, welche nicht explodierte Munition (UXO) aufspürt und entschärft. Laos gilt als das am stärksten bombardierte Land der Welt. Diese UXO stammen aus dem geheimen Krieg in den 60er und 70er Jahren. Man schätzt, dass ungefähr 30% aller laotischen Dörfer noch heute solches Material aufweisen. Daher kommt es immer wieder zu (zum Teil tödlichen) Zwischenfällen (ca. 300 pro Jahr). Da der Norden von Laos (welcher am stärksten von den Bombardierungen betroffen war) sehr hügelig ist, gestaltet sich die Räumungsarbeit sehr schwierig.
Am 1. März reisten wir auch schon wieder ab, es ging zurück nach Vang Vieng, wo wir uns einen Erholungstag gönnten. Da dass Strassennetz in Laos nicht super ausgebaut ist, kann es schon mal vorkommen, dass man manche Orte zweimal besucht. Somit ist unsere Nordschleife beendet, und morgen geht es dann langsam runter in Richtung Süd Laos.

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Dienstag, 26. Februar 2013

Nong Kiao

Dieses kleine Dorf am Nam Ou ist die Heimat von 3500 Laoten. Hier ist nicht soviel vom Tourismus zu spüren wie in Luang Prabang, obwohl es auch schon eine beachtliche Anzahl an Gästehäusern aufweist.
Was uns sofort auffiel, war das veränderte Klima hier. In der Nacht ist man froh wenn man ein Jäckchen dabei hat. Wir hatten ein Zimmer mit Balkon direkt oberhalb des Nam Ou. Es war herrlich, einfach dort zu sitzen und die Ruhe zu geniessen.
Am ersten Tag mieteten wir uns ein Fahrrad und besichtigten zwei Höhlen. Diese dienten während dem Krieg in den 70er Jahren als Versteck. Da es ein Sonntag war, hatte es überall viele Kinder, welche uns die Höhlen zeigen oder mit Louis Fussball spielen wollten. Der Ausflug war anstrengend (dass diese Fahrräder hier aber auch nie über eine Gangschaltung verfügen…) aber wunderschön.
Am Abend gingen wir mit Melissa und Flo (unsere 2 Mitreisenden auf der “Luxus”- Bootstour) zum laotischen BBQ. Man bekommt dabei einen Topf mit Kohle, obendrauf eine Schale mit einem Ring wo es Brühe drin hat und worin man das Gemüse gart (siehe Foto). Oben hat es dann eine Kuppe wo man Schweinefett drauflegt und das Fleisch grilliert. Das war lecker!
Am zweiten Tag machte Louis eine kleine Trekkingtour zu einem abgelegenen Dorf. Anschliessend besuchten sie einen Wasserfall und erfrischten sich im kühlen Nass. Ich erholte mich derweil auf unserem Balkon von der Fahrradtour von gestern :).
Am 26. Februar mussten wir dann überraschend auschecken, da das Hostel überbucht war. Das war jetzt etwas unerwartet. Da wir aber nicht für eine Nacht noch umziehen wollten und auch keine Pläne für diesen Tag hatten, entschlossen wir uns das nächste Boot zurück nach Luang Prabang zu nehmen.

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Samstag, 23. Februar 2013

Luang Prabang und eine Bootsfahrt

In Luang Prabang gibt es einige Tempelanlagen welche man besichtigen kann, man kann eine Tour zu umliegenden Höhlen unternehmen oder einfach durch die Strassen schlendern. Es gibt ganz viele hübsche Cafés, welche zum Verweilen einladen. Wir nahmen es also sehr gemütlich (ganz nach laotischem Vorbild), schauten uns zwei Tempel an und testeten die Baguettes in verschiedenen Bäckereien.
Am 23. Februar fuhren wir mit dem Boot auf dem Nam Ou hoch in den Norden, mit dem Ziel Nong Kiao. Während 7 Stunden fuhren wir an bewaldeten Hügeln vorbei, schauten den Wasserbüffeln beim Baden zu, winkten unzähligen Kindern am Ufer, wichen den seichten Stellen aus und lasen. Ich persönlich finde dies eine ganz angenehme Art von A nach B zu kommen. Wenn man dann noch (so wie wir) das Glück hat, aus Platzgründen auf ein Boot mit 4 komfortablen Sitzen (die anderen waren aus Holz) zu kommen, könnte man das schon fast eine Luxustour nennen.
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Donnerstag, 21. Februar 2013

Busfahrt von Vang Vieng nach Luang Prabang

Ich und Busfahren - das ist ein heikles Thema. Meine präferierten Fortbewegungsmittel sind Zug, Auto, Boot, Flugzeug und dann der Bus. Daher bin ich jeweils nicht allzu begeistert, wenn mal wieder eine mehrstündige Fahrt mit dem Bus ansteht. Hier in Laos gibt es jedoch keine Zugverbindungen, da muss öfters mal der Bus herhalten. Wenn dann im Reiseführer noch Sätze wie ‘…kurvenreiche Strasse wo es so manch Reisendem den Magen umdreht’ stehen, dann würd ich all meinen Mitreisenden am liebsten beim Betreten des Busses eine Reisetablette aushändigen. Tja und gestern stand eben oben beschriebene Busfahrt über die Passtrasse an.
Wir hatten einen grossen Bus gewählt (der Minivan fährt viel zu schnell um die Kurven), mit dem Zusatz VIP. Meine Begeisterung steigt, als ich den Sprung in der Scheibe sehe. Noch besser wird es, als ich mich auf meinen Sitz setze, welcher sogleich nach hinten klappt und sich partout nicht arretieren lassen will. Na toll, denk ich mir (und gehe Louis damit auf die Nerven). Mit 45 Minuten Verspätung starten wir die Reise. Schon nach wenigen Minuten schlängeln wir uns das erste Mal die engen Kurven hoch, der Bus ächzt und stöhnt ab der steilen Strasse. Wir befinden uns nun inmitten der nebelverhangenen Karstberge, ein leichter Nieselregen hat eingesetzt, und das Ganze hat etwas Mystisches an sich. Bereits nach einer Stunde machen wir Mittagspause. Nach 30 Minuten fahren wir weiter, halten jedoch nach 50 Meter wieder an. Wir sehen eine kleine Werkstatt und ein Schweissgerät und stellen uns auf eine längere Wartezeit ein. Doch bereits nach 15 Minuten geht es weiter. Weiter geht es auf atemberaubender Höhe, rechts von uns geht es steil hinunter, die Hügel sind mit Bäumen bewachsen. Kilometerlang sieht man nichts als Natur. Ab und zu ein Bergdorf, Frauen waschen am Strassenrand die Wäsche, Kinder winken uns fröhlich zu, neben Bambushütten gibt es auch wunderschön verzierte Häuser, ab und zu müssen wir verlangsamen weil Hühner, Schweine, Ziegen oder Kühe auf der Fahrbahn stehen. Dann wieder reine Natur, man sieht in die saftig grünen Täler hinunter. Dann wieder Frauen und Mädchen mit Bastkörben auf dem Rücken mit unterschiedlichem Inhalt. Plötzlich wird die Besiedelung wieder dichter, es kann nicht mehr weit sein. Ich schaue auf die Uhr: sechseinhalb Stunden für 230 Kilometer. Nicht schlecht. Als wir in Luang Prabang eintreffen, verschwindet die Sonne bereits hinter den Hügeln. Ich bin erleichtert dass wir da sind und muss zugeben, dass die Fahrt in meiner Fantasie weit schlimmer war als in der Realität.

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