Sonntag, 23. September 2012

Hallo aus Südkorea

Hallo ihr lieben Leser,

nein, wir lagen nicht auf der faulen Haut in China :) Wir haben einiges erlebt und fleissig Berichte geschrieben. Als Beweis könnt ihr untenstehend 10 neue Artikel lesen! Leider war der Blog nicht zugänglich und wir konnten euch nicht auf dem Laufenden halten. Seit gestern sind wir nun in Südkorea und konnten endlich die Berichte online stellen.

Have fun und en schöne Sunntig!

Liebe Grüsse Louis und Stefanie

Samstag, 22. September 2012

Fazit nach 6 Wochen China

Viel haben wir über dieses Land im Vorfeld gehört, leider nicht nur Positives. Aber wir finden man sollte die Vorurteile über Bord werfen und sich auf China einlassen, mit allen Sinnen.
Essen: Was wir in der Schweiz an chinesischem Essen kennen ist nur ein ganz kleiner Bruchteil dessen, was dieses riesige Land an Kulinarischem zu bieten hat. Die Chinesen drücken es so aus: Süss ist der Süden, salzige der Norden, scharf der Osten und sauer der Westen. Chinesen essen sehr gerne in der Gruppe und auch für Geschäftsabschlüsse ist eine gemeinsame Mahlzeit super geeignet oder besser gesagt ein Muss. Das Essen mit den Stäbchen will gelernt sein, aber wie sagt man so schön: Übung macht den Meister! Und am besten nicht irritieren lassen, wenn einem die Einheimischen dabei lächelnd zuschauen. Geschmeckt hat es uns fast immer, das bestellen war manchmal nicht ganz so einfach (rein chinesische Speisekarten zum ankreuzen und ohne Bilder waren eine Herausforderung). Wir durften ganz verschiedene regionale Spezialitäten kosten. Und noch etwas zu der Aussage “in China essen sie Hunde”. Ja das ist richtig, wir konnten dies jedoch nur einmal auf einer Speisekarte finden und dort war es extrem teuer. Viel häufiger findet man da schon Schwein und Hühnchen. Auch Frosch und Schlange haben wir angetroffen, aber auch dies eher selten und sehr teuer noch dazu. Was etwas gewöhnungsbedürftig ist: Abgenagte Knochen, Servietten und was sonst nicht mehr gebraucht wird landet teilweise auf dem Boden. Während dem Essen wird geraucht und telefoniert was das Zeug hält und wenn eine Gruppe das Lokal verlässt kommt das Personal als erstes mit dem Besen den Boden wischen. Aber man gewöhnt sich ziemlich schnell daran (man muss dazu sagen, dass es nicht überall so extrem ist), andere Länder, andere Sitten.
Leute: Die meisten Leute begegnen einem freundlich. Mit der Kommunikation scheiterten wir häufig da wir einfach kein Wort chinesisch sprechen und auch viele Chinesen nur sehr wenig Englisch sprechen. Aber irgendwie kommt man immer ans Ziel.  Was wir besonders schön fanden: Jeweils am Morgen und nach Feierabend sieht man ganz viele Leute in den Parks Tai Chi Übungen machen, gemeinsam zu tanzen oder singen. Besonders oft sahen wir ältere Leute.
Transport: Wenn Chinesen ein Reise tun - dann haben sie vor allem jede Menge Proviant dabei. Wir sind in China öfters mit dem Zug gefahren und waren fasziniert. Um in den Bahnhof reinzukommen, muss man das Ticket und den Pass vorweisen und den Sicherheitscheck passieren. Dann geht man zu seinem Gate wie am Flughafen. Ungefähr 15 Minuten vor Abfahrt darf man einchecken und da wird dann Geschubst und Gedrängelt was das Zeug hält. Da man jedoch eine Sitzplatzreservation hat, kann man es gelassen nehmen. Die Züge sind fast immer voll (oder überfüllt je nach dem) und kaum ist der Zug abgefahren wird auch schon gegessen. Gegen Mittag duftet dann der ganze Zug nach Nudelsuppe (welche sich jeder selbst mitbringt und dank verfügbarem Heisswasser unkompliziert zubereitet werden kann) und man kann gar nicht anders als selbst auch eine solche zu essen.
Gesellschaft: Man könnte glatt vergessen dass es sich um ein sozialistisches Regierungssystem handelt, da auf den Strassen viele Luxusautos unterwegs sind und in den Einkaufsstrassen viele Nobelmarken anzutreffen sind. Wenn man ein bisschen aus den Zentren rausgeht bekommt man natürlich das krasse Gefälle zwischen Arm und Reich sofort zu spüren. Einzig der Umgang mit den Medien lässt ein totalitäres System erahnen, wie man im Internet sieht (gesperrte Internetseiten wie Facebook, Twitter, Blog Spot etc.) und auch die wenigen englischsprachigen Nachrichtensendungen scheinen doch schwer zensiert zu sein.
Städte/Landschaften/persönliche Favoriten: Es ist schwer nach so vielen Eindrücken zu sagen was einem am besten gefallen hat, da war so viel Schönes dabei. Landschaftlich sehr gefallen hat uns Yangshuo. Wir genossen die Ruhe und die Ursprünglichkeit bei unserer Velofahrt extrem. Aber auch Zhangjiajie mit seiner dramatischen Karstlandschaft war beeindruckend, einzig die vielen Touristen trübten das Bild etwas. Des Weiteren war die Fahrt durch die drei Schluchten auf dem Yangtse Fluss sehr schön. Von den Sehenswürdigkeiten blieben uns besonders die chinesische Mauer, der Sommerpalast, die verbotene Stadt, der grosse Buddha von Leshan, die Terrakotta Armee, die schönen Gärten in Suzhou und die Skyline von Shanghai in bester Erinnerung. Bei den Städten ist unser Favorit Beijing. In diesem Ort verbrachten wir die meiste Zeit und hatten immer noch das Gefühl wir könnten noch länger bleiben. Hier genossen wir natürlich auch die Zeit mit Elias und Julia, und das Abendessen mit Urs sehr. Chengdu bleibt uns zwar nicht vom Stadtbild her in besonders guter Erinnerung, aber wir hatten dort eine tolle Zeit mit Florence und Jeff (welche wir hoffentlich bald in Hongkong besuchen werden). Des Weiteren gut im Gedächtnis bleiben wird die Begegnung mit Christl und Alfred K. aus Österreich deren nette Gesellschaft auf dem Schiff sehr angenehm und unterhaltsam war. Und die tollste Unterkunft war in Guangzhou, wo unser Gastgeber uns am Familienleben teilhaben und so einen bleibenden Eindruck (hinter-)liess.
Hiermit verabschieden wir uns aus China und sind gespannt welche Spannenden Abenteuer in Südkorea auf uns warten. Liebe Grüsse von uns zwei

Suzhou 2 (4)

Shanghai

Die letzten vier Nächte unserer sechswöchigen China Reise verbrachten wir in der Megacity Shanghai. Wow, was für eine Stadt!
Am ersten Tag machten wir einen Spaziergang auf dem Bund. An dieser berühmten Meile gibt es jede Menge Jugendstilhäuser zu sehen, viele Banken haben hier ihre imposanten Gebäude, exklusive Boutiquen und Restaurants haben sich hier niedergelassen und man hat einen fantastischen Blick auf die Skyline von Pudong auf der anderen Flussseite.
Am späteren Nachmittag besuchten wir den Yuyuan Garten aus der Ming-Dynastie. Wir genossen die schattigen Nischen und schauten den vielen Karpfen beim Spielen zu. Gegen Abend gingen wir in ein sehr bekanntes Dumpling Restaurant, standen geduldig Schlange und gaben Vollgas mit dem Herumspritzen des feurig heissen Fleischsaftes. Danach ging es zurück zum Bund wo wir die Skyline nun im Dunkeln hell erleuchtet bestaunen konnten.
Den nächsten Tag starteten wir im elegantesten Teil der Stadt, der französischen Konzession. Hier gibt es wunderbare Möglichkeiten zu Shoppen, die Strassen sind gesäumt von duzenden von Bäumen und jede Menge schöne Jugendstilhäuser schmücken die Gegend.
Den Nachmittag verbrachten wir im Teil Pudong New Area. Hier steht ein Wolkenkratzer neben dem anderen. Man findet hier zum Beispiel das World Financial Center (mit der höchsten Aussichtsplattform der Welt) oder den Oriental Pearl Tower (dreibeiniger Fernsehturm aus Gussbeton) aber auch exklusive Adressen wie das Hyatt oder das Shangri-La. Nach dem Abendessen gingen wir zum Jinmao Tower (2. höchstes Gebäude mit 420 Metern Höhe) und fuhren hoch in den 87. Stock. Hier befindet sich die Cloud 9 Bar des Grand Hyatt Hotel. Dort spazierten wir rein, gönnten uns einen Drink, genossen die Aussicht über Shanghai und haben auf unsere 6 Wochen China angestossen.
Den letzten Tag verbrachten wir entspannt im Hotelzimmer, unsere Beine waren müde vom vielen Laufen. Die Fahrt zum Flughafen war lange, aber das letzte Stück war ein besonderes Erlebnis. Wir reisten mit der Magnetschwebebahn, welche eine maximale Geschwindigkeit von 430 km/h erreichte. Das war eindrücklich.
Wir sind mit einer Stunde Verspätung in Südkorea gelandet und wurden von George herzlich empfangen. Bis bald und liebe Grüsse schicken euch Stefanie u Louis
 
Shanghai 006Shanghai 024Shanghai 063Shanghai 080Shanghai 087Shanghai 096Shanghai 106Shanghai 109Shanghai 112

Dienstag, 18. September 2012

Suzhou

Suzhou liegt (mit dem Schnellzug) 30 Minuten von Shanghai entfernt und ist eine Kanalstadt, wobei der Charme den modernen Gebäuden etwas weichen musste.
Am ersten Tag mieteten wir uns ein Fahrrad und besuchten den “Garten des Meisters der Netze” und den “Garten der Politik meiner Wenigkeit”. Wobei wir hier den Begriff Garten etwas erklären müssen. Die Gärten wurden oft vor hunderten von Jahren von irgendwelchen wichtigen Persönlichkeiten angelegt und bestehen aus mehreren Gebäuden mit verschiedenen Hallen, und natürlich mit ganz viel Pflanzen und oftmals auch einem kleinen See/Teich.
Des Weiteren fuhren wir mit dem Fahrrad die Pingjiang Lu ab, dies ist eine Strasse am Kanal, wo man sehen kann wie Suzhou früher mal war. Die Atmosphäre hier ist super!
Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Tongli, eine weitere Kanalstadt, aber mit mehr Charme als Suzhou. Wir lösten ein Gesamtticket und konnten somit alle Sehenswürdigkeiten anschauen. Die Stadt erinnert ein wenig an Venedig und ist wunderhübsch. Auch hier gab es viele Gärten und Gebäude zu besichtigen. Am Abend gingen wir lecker Wantan essen, yammiii!!
Am Dienstag 22.September gingen wir am Morgen noch einen weiteren Garten direkt vor unserer Haustüre anschauen, bevor wir uns mit dem Zug aufmachten zu unserer letzten Station in China: Shanghai wir kommen!

Tongli 071Suzhou 005Suzhou 2 (7)Suzhou 2 (10)Suzhou 2 (14)Suzhou 025Suzhou 072Suzhou 067Tongli 027Tongli 030Tongli 038

Samstag, 15. September 2012

Xiamen–Gulang Yu

GulangYu ist eine Insel im südchinesischen Meer (so ungefähr gegenüber von Taiwan). Hier verbrachten wir drei wunderschöne Tage.
Die Insel ist autofrei, was wir wunderschön finden. Es gibt ganz viele alte Kolonialbauten, wunderschöne Gärten und es herrscht eine angenehme Ruhe. Dementsprechend langsam liessen wir es angehen. Bei heissen 35 Grad genossen wir die Aussicht vom Sunlight Rock, schlenderten durch herzige Gässchen, liessen uns vom Luft die Haare zerzausen, atmeten die Meeresluft gierig ein, staunten im Kalligraphie Museum, Louis genehmigte sich ein Austernomlette und wir liessen uns den Sand durch die Zehen rieseln. Aber schaut selbst:

Gulangyu 014Gulangyu 023Gulangyu 034Gulangyu 050

Dienstag, 11. September 2012

Guangzhou

Nach Guangzhou reisten wir erneut in einem Nachtzug, diesmal erste Klasse. Die Kabine war wunderschön und liess Erinnerungen an die Transsib aufleben. Morgens um 6.00 Uhr erreichten wir unser Ziel.
Wir hatten ein Homestay gebucht und klingelten am Sonntag in der Früh gleich mal die ganze Familie aus dem Bett. Die Unterkunft erwies sich als Glücksgriff. Die Familie war sehr nett und lud uns gleich zum Frühstück ein. Am zweiten Abend assen wir mit ihnen. Der Host servierte uns Ente, Crevetten, Muscheln, Tintenfisch und verschiedene Gemüse. Wow das war sehr lecker.
Wir nahmen es ziemlich gemütlich in Guangzhou. Am ersten Tag gönnten wir uns eine Fussmassage und assen leckere Reisrollen. Am zweiten Tag fuhren wir mit der Metro einige Sightseeing Punkte ab und liessen den Nachmittag in einem Park voll tanzender, singender und musizierender Chinesen ausklingen. Am dritten Tag schliefen wir aus und verbrachten den ganzen Nachmittag in einem Teehaus im Orchideengarten und lasen auf unseren Kindle’s.
Ja und am 12. September ging es auch schon weiter. Wir flogen von Guangzhou nach Xiamen. Am Flughafen passierte mir noch ein doofes Missgeschick. Ich verlor 2 Bankkarten. Dies schmerzt umso mehr, da Louis seine auch bereits abhanden gekommen ist. Naja, passiert ist passiert, ärgern hilft auch nichts mehr.

Guangzhou 007Guangzhou 038Guangzhou 045
Guangzhou 061Guangzhou 033

Freitag, 7. September 2012

Yangshuo

Der Weg nach Yangshuo (nahe Guilin) war lange aber angenehm. Zuerst fuhren wir von Zhangjiajie nach Changsha (5 Stunden), dort hatten wir 4.5 Stunden Aufenthalt und nutzten diese um bei Mister Li eine Nudelsuppe zu essen. Um 23.30 Uhr stiegen wir in den Nachtzug nach Guilin ein. Wir fuhren zum ersten Mal im 3. Klasse Abteil (jeweils 3 Betten übereinander und ohne Türe zum Gang) und waren positiv überrascht wie gemütlich es war. Der Nachteil war halt, dass wir nicht ganz so viel Schlaf bekamen wie sonst. Gegen 10.30 Uhr am nächsten Tag kamen wir in Guilin an und nahmen sogleich den Bus nach Yangshuo (nochmal 1.5 Stunden).
Den nächsten Tag verbrachten wir mit Velofahren. Es war sehr heiss und feucht, aber der Fahrtwind machte es erträglich. Der Weg führte den Yulong-Fluss entlang. Wir befinden uns in einer wunderschönen Landschaft aus grünen Karsthügeln (diesmal jedoch sanft und somit das pure Gegenteil zu Zhangjiajie), jede Menge Reis- und Lotusfelder, wir sahen erstaunliche Flaschenkürbisse und beeindruckende Wasserbüffel. Es war einfach nur fantastisch!!!
Heute (7. September) schliefen wir aus. Wir stärkten uns mit einem  ausgiebigen Frühstück (inklusive “Swiss Müsli”) und starteten einen weiteren Ausflug um 11.00 Uhr. Zusammen mit einem Angestellten des Hotels fuhren wir mit dem Bus 1.5 Stunden hoch nach Yangdi. Dort stiegen wir auf ein Bambusboot um und fuhren den Li Fluss runter nach Xingping. Links und Rechts von uns rauschten die Karsthügel vorbei und wir assen gemütlich unser leckeres Nudelgericht aus der Garküche (wir sind mittlerweile schon fast Profis wenn es um das Essen mit Stäbli geht ;)). Worte können nicht beschreiben wie toll es war, schaut euch einfach die Bilder an und ihr werdet sehen was wir sagen wollen.
Wir geniessen also die Natur, das leckere Essen, unsere Freiheit und das Glück in vollen Zügen und grüssen euch ganz herzlich aus diesem fantastischen Land.
Louis und Stefanie

Yangshuo 011Yangshuo 032Yangshuo 040Yangshuo 049Yangshuo 056Yangshuo 062yangshuo2 016yangshuo2 018yangshuo2 024Yangshuo 066

Zhangjiajie

Nach einer ungemütlichen 5 stündigen Zugfahrt erreichten wir gegen Abend die Stadt Zhangjiajie. Von dort fuhren wir mit dem Taxi nochmal eine dreiviertel Stunde zum Dorf Zhangjiajie. Dieser Ort liegt in den Provinz Hunan und ist berühmt für seine dramatische Karstlandschaft (sieht aus wie im Film Avatar).
Am nächsten Morgen kauften wir uns ein teures Ticket für den Nationalpark (was sich aber definitiv ausbezahlt hat). Es gibt jede Menge Möglichkeiten zum laufen/wandern. Und innerhalb des Parks verkehren Busse, welche im Eintrittsgeld inkludiert sind.
Wir entschieden uns für einen Weg den Fluss entlang, genossen die wunderschöne Natur und staunten über die ulkigen Steinformationen. Gegen Mittag machten wir Rast und nahmen danach einen Bus zur Talstation einer Sesselbahn. Leider regnete es mittlerweile ziemlich stark und wir sahen oben etwa genau nichts. Schade. Wir konnten nur erahnen wie schön es wäre bei Sonnenschein. So machten wir uns wieder auf den Weg nach unten und weiter zum Hotel.
Am nächsten Tag hatten wir mehr Glück mit dem Wetter. Wir fuhren diesmal mit einer anderen Seilbahn auf einen Berg hoch und hatten eine fantastische Aussicht über die ganzen Türme. Dort machten wir einen Rundgang um den Berg bevor wir uns an den Abstieg machten (bis uns die Knie schlotterten).
Am nächsten Tag wartete ein anstrengender Reisetag auf uns.
Liebe Grüsse, Stefanie und Louis

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